Dekodereinbau
BR89 V260 VT11.5 SVT04 SVT08 BR221 BR216 Krokodil

Dekodereinbau:

Zunächst habe ich meine Infos aus dem Netz bezogen:

Vorsichtig wie ich war, habe ich die ersten Umbauten von Fachleuten vornehmen lassen. Empfehlen kann ich Michael Bahls. Sollten Sie Schlepptender-Dampfloks umbauen lassen, dann lassen Sie unbedingt Tenderstromaufnahme und Haftreifen einbauen.
Irgendwann wurde ich mutiger - auch durch Infos aus dem Netz - und baute selbst um.

Die kleinen Loks wie die BR89 oder V260 lassen sich relativ einfach digitalisieren, wenn man sie fest mit einem Wagen koppelt und den Dekoder in den Wagen einbaut, wobei der Wagen noch eine Stromabnahme bekommt.
Der Stromabnehmer des Wagens besteht aus kleinen Streifen aus Federbronze, die Kabel gehen durch eine 1 mm Bohrung in das Wageninnere.
In der Lok muss der Motor elektrisch von den Gleisanschlüssen getrennt werden. Das geschieht durch kleine Streifen Isolierband zwischen den Motorbürsten und deren mittlerem früheren Stromanschluss. Kabel müssen dann an die bisherigen Stromanschlüsse oder vorsichtig direkt an die Kontaktfedern der Stromabnahme gelötet werden und führen in den angekoppelten Wagen. Ebenfalls müssen an den Bürsten oder an der Halterung des Kondensators Kabel für den Motoranschluss gelötet werden und nach hinten in den angehängten Wagen geleitet werden. Die Unterbringung des Dekoders im Wagen ist kein Problem, es kann jedoch nötig sein, den Wagen mit etwas Blei zu beschweren. (Vor allem bei kleinen Wagen, wegen der verminderten Lauffähigkeit durch die Stromabnahmekontakte.)

Vor allem durch die zusätzliche Stromabnahme im gekuppelten Wagen fahren diese kleinen Loks nun auch langsam sicher über Weichenstraßen.


Bei den größeren Loks ist der Dekodereinbau problemlos, wenn man sich nicht scheut, einige Leiterbahnen auf der Lokplatine durchzutrennen: Der Motoranschluss muss galvanisch vollkommen von den Gleisanschlüssen getrennt sein!
Für einige Loks werden jedoch auch Wechselplatinen von Velmo angeboten, so dass der Umbau auf Digitalbetrieb ein Kinderspiel ist.



Ausführliche Umbauberichte

Bei gekuppelten Wagen ist es wichtig, dass man sehr dünne und vor allem sehr flexible Kabel nimmt, schließlich führen 4 derartige Kabel vom Wagen zur Lok (ohne Lichtfunktion) und bei ungeeigneten Kabeln ist die Kurvengängigkeit beeinträchtigt.

BR89 mit gekuppeltem Wagen:

Die Kuppelstangen gibt es bei Jörger zu kaufen. Um die Kuppelstange zu montieren, müssen die bisherigen Kupplungen entfernt werden. Bei der BR89 beide Schrauben am Boden lösen, die vordere jedoch nicht entfernen. Die Getriebeabdeckung hinten vorsichtig anheben, die alte Kupplung samt Feder entfernen und die Kuppelstange einlegen. Dabei darauf achten, dass die Räder nicht aus ihrer Position geraten - ist dies doch geschehen, ist bein Einsetzen darauf zu achten, dass die Federkontakte zur Stromabnahme hinter den Rädern sitzen. Beide Schrauben wieder festziehen.


Die Bürsten werden entfernt und an die jetzt freiliegenden Stromzuführungen werden vorsichtig Kabel gelötet. Dabei die Stromzuführung von der Plastikhalterung wegbiegen, damit das Plastik nicht schmilzt.


An die Halterung des Kondensators oder auch direkt an die Enden der Bürsten werden ebenfalls Kabel gelötet.


Diese vier Kabel werden in der Lok nach hinten verlegt und hinten mit etwas Sekundenkleber fixiert. Ich habe zur Sicherheit das Lokgehäuse in dem Bereich, wo die Kabelanschlüsse für den Motor angelötet sind, innen etwas ausgefräst. Ebenfalls habe ich am Ende der Lok unten in das Lokgehäuse zwei kleine Nuten für die Kabeldurchführung gefräst.


Im anzukuppelten Wagen wird die Abdeckung der Kupplung am vorderen Ende gelöst und die alte Kupplung samt Feder entfernt. Dies ist etwas knifflig, da je nach Wagen diese Abdeckung mit Plastiknieten gehalten wird, die man nicht so ohne weiteres wieder anbringen kann. Nachdem an der Unterseite zwei dünne Streifen Federbronze mit angelötetem Kabel unter die Räder geschoben worden sind, werden an der Stelle, wo die Kabel angelötet sind, zwei 1 mm-Löcher ins Wageninnere gebohrt, die Kabel durchgesteckt und die Federbronzestreifen mit etwas Kleber fixiert.


An der Wagenseite, die zur Lok zeigt, werden entweder ebenfalls vier 1 mm-Löcher für die Kabeldurchführung gebohrt oder es werden in die Unterkante des Wagengehäuses zwei kleine Nuten zur Kabelduchführung gefräst.
Jetzt geht es etwas eng zu:
Die Kabel von der Lok werden passend gekürzt und die Motoranschlüsse an den Dekoder gelötet. Die Kabel, die von der Stromaufnahme der Lok kommen werden etwas länger gelassen und etwa 1,5 cm vor ihrem Ende nochmals abisoliert. Hier werden die entsprechend gekürzten Kabel der Stromaufnahme des Wagens angelötet. (Darauf achten, dass linke und rechte Stromaufnahme nicht vertauscht ist.) Dann werden diese Kabel auch an den Dekoder gelötet.

Jetzt muss nur noch alles in das Wageninnere gebracht werden (Die Verbindungsstellen der Stromaufnahme werden vorher isoliert.) und die Kuppelstange auch am Wagen montiert werden. Je nach Wagen kann es sein, dass die Führung der Kupplung für die Öse der Kuppelstange etwas zu groß ist, dann muss mit einem Federmesser die Führung etwas dünner geschnitten werden.


Bei dem hier verwendeten Klappdeckelwagen ist der Platz etwas beengt, so dass die Kabel nicht zu lang sein dürfen. Auch sollte das Gewicht des Wagens durch Bleigewichte vergrößert werden, um ein sicheres Fahren zu gewährleisten.

Das Ganze liest sich schlimmer als es ist. Ein wenig Erfahrung mit dem Lötkolben sollte jedoch schon vorhanden sein. Die Aktion lohnt sich in jedem Fall: Das Fahrverhalten der digitaliserten BR89 ist nicht wiederzuerkennen und Dank der zusätzlichen Stromaufnahme fährt die BR89 auch in kritischen Bereichen sicher.



V260 mit gekuppeltem Wagen:

Dieser Umbau ähnelt sehr dem obigen mit der BR89. Was dort über den Umbau der Lok gesagt wurde, gilt analog auch hier. Wobei hier die Kabel der Stromaufnahme vorsichtig direkt an die Kontaktfedern gelötet werden können.


Der hier verwendete Wagen hat ausreichend Platz, so dass die Kabel etwas länger gelassen werden können, was das Löten erleichtert.




Letztendlich geht es auch ohne Kuppelstange. Die elektrisch mit dem Wagen gekoppelte Lok kann auch mit den bisherigen Kupplungen gefahren werden, dann ist die Einheit nur etwas weniger stabil, wenn sie von der Schiene genommen wird.

Für die Umbauten der BR89 und der V260 wurden Dekoder DH05 verwendet.



VT11.5:

Hier ist Platz überhaupt kein Problem, unter dem Führerstand des Triebkopfes ist genügend Platz für den Dekoder, der hier ein DH10 sein sollte, ein DH05 (allerdings von Viessmann) war bei mir zu schwach. Einziges Problem ist Ihre Entscheidung, wie Sie die Stromaufnahme des VT11 gestalten wollen. Soll nur der vordere Triebkopf zur Stromaufnahme beitragen (Märklin-Standard) oder sollen dies beide Triebköpfe. (Das Verhalten in Bremsabschnitten hängt davon ab. Nach Märklin-Standard ist die Lok nur einen Triebkopf lang, im anderen Fall ist die Lok der gesamte Zug.) Wollen Sie sicherere Stromaufnahme - bei Digitalbetrieb ein Muss - überbrücken Sie die Dioden auf der Platine mit kurzen Drahtstücken.


Auf der Platine müssen einige Leiterbahnen unterbrochen werden, mit einem "Dremel" oder mit einer kleinen Feile.


Für die Stirnbeleuchtung muss etwas mehr umgebaut werden. Die Beleuchtung wechselt von weiß auf rot durch Umpolen, die Dekoder können dies aber nicht. Von Döhler&Haass gibt es ein workaround . Auf der Platine wird zuerst der vorhandene 150R Widerstand für die Beleuchtung ausgelötet. Danach werden zwei SMD-Widerstände von ca. 1k eingelötet und die Lichtkabel vom Dekoder angelötet.


Sie werden beide Triebköpfe umbauen. Dann schließen Sie beim hinteren Triebkopf die Motorzuleitungen vertauscht an - bei Vorwärtsfahrt fährt der hintere Triebkopf ja rückwärts.
Bei der Programmierung der Dekoder achten Sie darauf, dass Sie beidesmal die gleiche Adresse vergeben und dass Sie auch bei beiden Triebköpfen die gleichen Parameter einstellen.

Und noch ein kleiner Tipp:
Die Kupplungsimitation geht recht schnell verloren, fixieren Sie sie mit etwas Sekundenkleber.


Jetzt bleibt nur noch die Entscheidung, wie Sie die Beleuchtung der Wagen handhaben wollen. Ohne jeden Eingriff ist die Wagenbeleuchtung immer an. (Ein Vorteil des Digitalbetriebs ist ja, dass immer Energievorsorgung am Gleis liegt.) Sie können mit einem weiteren Dekoder aber die Beleuchtung der Wagen schaltbar machen. Wird dieser Dekoder auf die gleiche Adresse wie die Triebköpfe eingestellt, schaltet die Wagenbeleuchtung mit den Stirnlampen. Sie können aber auch für die Wagenbeleuchtung eine separate Adresse vergeben, dann ist diese auch separat schaltbar. Um Dekoder zu sparen, können Sie daran denken, die Wagen mit zusätzlichen Kabeln zu verbinden und nur einen Dekoder für alle Wagen einzusetzen. (Die Dekoderpreise von ca.30 EUR summieren sich bei mehreren Wagen...)




SVT04:

Das Wagengehäuse läßt sich abnehmen, wenn man die Kupplungsimitation herauszieht.


Auch hier müssen einige Leiterbahnen auf der Platine durchtrennt werden (rote Pfeile). Der grüne Pfeil zeigt auf eines der Kabel, mit welchem die Dioden überbrückt werden können, damit beide Wagen in beiden Richtungen zur Stromaufnahme beitragen


Für die Beleuchtung gilt dasselbe, wie beim VT11.5. Ich hatte jedoch noch einen Dekoder 5251 von Viessmann (baugleich mit DHL055), der speziell für diese Art der Stirnbeleuchtung entwickelt wurde, aber nicht mehr gefertigt wird. Die Leistung dieses Dekoders reicht zum Glück für den Motor des SVT04. Dadurch wurde der Verdrahtungsaufwand für die Beleuchtung etwas einfacher. Der Dekoder selbst findet im Drehgelenk zwischen den beiden Wagen "freischwebend" Platz.


Für die Innenbeleuchtung des Beiwagens gilt das beim VT11 Gesagte ebenso. Ich habe über einen weiteren kleinen Dekoder die Beleuchtung schaltbar gemacht.




SVT08:

Beim SVT08.5 passt ein DH10 Dekoder nur dann in das Gehäuse, wenn die Originalplatine zersägt wird. Die dadurch auf der Platine unterbrochenen Leiterbahnen müssen mit Kabeln ersetzt werden.
Der Dekoder sitzt zwischen den beiden Teilstücken der Platine.

Für die Stirnbeleuchtung muss wie beim VT11.5 beschrieben verdrahtet werden, da sie durch Umpolen den Lichtwechsel macht, was der Dekoder nicht direkt unterstützt.
Die auf den Platinen vorhandenen Dioden im Trieb-und Steuerwagen wurden überbrückt, damit die Stromaufnahme sehr viel sicherer wird.

Weiter wurde in den Mittel- und Steuerwagen eine Innenbeleuchtung eingebaut,






BR221:

Einen Dekoder 5250 von Viessmann (baugleich mit DH050 von Döhler&Haass) in eine 221 einzubauen, geht schnell. Gehäuse öffen, an den roten Pfeilen Leiterbahnen unterbrechen, Dekoder wie im Bild anlöten (Zoom=Maus auf Bild) und mit doppelseitigem Klebeband befestigen, Gehäuse schließen. Fertig.





BR216:

Genauso einfach geht es bei einer BR216. Hier sehen Sie einmal ein Foto von meinem eigenen Umbau und einmal ein Foto eines professionellen Umbaus. (von D. Filsinger).
Auch hier wurden an mehreren Stellen Leiterbahnen unterbrochen.






Krokodil:
Hier wurde an der Platine keine Leiterbahn unterbrochen. Die Platine wurde abgeschraubt und an die Beinchen des Keramikkondensators wurden die Motorkabel vom Dekoder gelötet. Danach kam Isolierband darüber, so dass nach Montage der Platine der Motor wie gewünscht potentialfrei ist.



Die Gleisanschlüsse des Dekoders gehen direkt an die der Lok.
Die alten Zuleitungen zu den Stirnlampen werden entfernt und direkte Kabel zum Dekoder werden angelötet.
Die Selenscheiben unter den Stirnlampen werden entfernt und die unteren Kontaktfedern entsprechend hochgebogen.

Der Dekoder wird an der Unterseite mit Isolierband versehen und liegt lose in einem der Vorbauten.



Allgemein gilt:

Man kommt beim Dekodereinbau mit deutlich weniger Leiterunterbrechungen auf der Platine aus, wenn man nicht die Leiterbahnen unterbricht, um die Motoranschlüsse potentialfrei zu machen, sondern die kleinen Federdrähte, die von der Platine auf die Beinchen des Keramikkondensators führen, isoliert oder entfernt. Die Stromzuführung des Motors wird direkt an die Beinchen des Keramikkondensators gelötet.
(Diesen Kondensator keinesfalls entfernen, die Bürstenhalterungen des Motors halten dann nicht mehr.)